GARAGE ROOTS
TROCKEN.
LAUT.
LIQUID.
Vier Freunde von früher. Die Bands von damals. Und wieder ordentlich Druck auf dem Kessel.

Wieder unter Strom
Die alte band.
Ein paar
Jahrzehnte später.
In den 80ern zusammen angefangen. Und heute stehen wir wieder zusammen im Proberaum.
Vier alte Freunde, inzwischen 60 – und größtenteils im Ruhestand.
Wir tun es wieder – Rock ’n‘ Roll selbst gemacht : Liquid Fish.
Wir spielen Rock mit Elementen aus dem Garagenrock der 60er und 90er. Und nehmen euch mit in unsere ziemlich eigene Unterwasserwelt.
Der Sound
Stoner im Blut.
Garage im Kopf.
Hier bekommt ihr bald etwas auf die Ohren.
Unter der Oberfläche
Vier Fische.
Ein Becken.
Über Wasser: alte Freunde.
Unter Wasser: eigene Legenden.
Laxx
Gitarre
Der Tiefsee-Gitarrist von Liquid Fish. Dunkle Riffs, schwebende Klänge und ein direkter Draht zu den Wesen der Tiefe.
Laxx wurde 1988 in einer kleinen Küstenstadt an der Adria geboren.
Schon als Kind war er fasziniert von zwei Dingen: der Musik und den geheimnisvollen Tiefen des Meeres. Während andere am Strand spielten, schnorchelte er stundenlang unter Wasser und stellte sich vor, wie es wohl wäre, in den abgründigen Weiten der Tiefsee zu leben. Gleichzeitig brachte ihm sein Vater, ein ehemaliger Rockgitarrist, die ersten Akkorde bei – eine Kombination, die später sein ganzes Leben prägen sollte.
Seine Faszination für die Tiefsee ließ ihn nicht los. Nach der Schule studierte er Meeresbiologie und spezialisierte sich auf die Erforschung der dunklen Zonen des Ozeans. Er wurde Tiefseetaucher und verbrachte Monate auf Forschungsschiffen, um mit speziellen Kameras Aufnahmen von Lebewesen zu machen, die in mehr als 3000 Metern Tiefe leben. Doch egal, wie tief er tauchte – seine Gitarre hatte er immer dabei.
Während einer Expedition im Marianengraben kam ihm eine verrückte Idee: Er wollte herausfinden, ob man Gitarre spielen kann, während man schwerelos unter Wasser schwebt. Mit einer speziell angefertigten, wasserfesten Gitarre experimentierte er mit Schallwellen unter Wasser – und stellte fest, dass seine Musik von Fischen wahrgenommen wurde. Besonders biolumineszente Tiefseebewohner schienen auf seine Töne zu reagieren, als würden sie zur Musik tanzen.
Zurück an Land lernte er durch einen gemeinsamen Freund Mr. B kennen, den Bassisten von Liquid Fish. Die beiden verband sofort ihre Liebe zu experimenteller Musik und der Unterwasserwelt. Kurz darauf stieß er zur Band – und brachte seinen unverkennbaren „Abyss Sound“ mit: eine Mischung aus schwebenden Delay-Klängen, tiefen, dunklen Riffs und einem Hauch von geheimnisvoller Tiefe.
Heute ist Laxx nicht nur Gitarrist von Liquid Fish, sondern auch ein angesehener Unterwasserfotograf. In den Pausen zwischen Tourneen unternimmt er Expeditionen in die Tiefsee, immer auf der Suche nach neuen faszinierenden Kreaturen – und neuen Inspirationen für seinen einzigartigen Gitarrensound. Sein größter Traum? Ein Konzert auf einem Forschungsschiff mitten über einem Tiefseegraben – mit Lautsprechern, die den Klang direkt ins Wasser übertragen, damit auch die Wesen der Tiefe an der Musik von Liquid Fish teilhaben können.
Los Lurch
Drums
Der rhythmische Tiefseetaucher. Fischhaut auf den Trommeln, die Strömung im Takt.
Lurch wurde 1990 in Hamburg geboren, wuchs aber in einer kleinen Fischersiedlung an der Nordseeküste auf.
Schon als Kind hatte er eine besondere Beziehung zum Wasser – er konnte stundenlang am Ufer sitzen, den Wellen lauschen und den Rhythmus des Meeres in sich aufnehmen. Während andere Kinder Fußball spielten, trommelte er auf leeren Muschelschalen, Fischerbooten und allem, was ihm in die Finger kam.
Seine Faszination für Trommelfelle begann früh. Statt auf Plastik oder Tierhaut zu setzen, experimentierte er mit Fischhaut, inspiriert von alten Seefahrergeschichten. Mit zwölf bastelte er sein erstes eigenes Schlagzeug aus Fischhaut-Bespannungen, die er selbst präparierte. Der Klang? Tief, warm und irgendwie… lebendig.
Während seines Studiums an einer Musikakademie in Kopenhagen vertiefte er sich in experimentelle Percussion und entwickelte seine Fähigkeit, unter Wasser zu spielen. In einem Forschungsprojekt testete er die Klangübertragung von Trommeln in Flüssigkeit und stellte fest, dass seine Fischhaut-Drums dort besonders gut klangen. So wurde er bald zum Meister der Unterwasser-Rhythmen – ein Talent, das ihn letztendlich in die Arme von Liquid Fish führte.
Als er Mr. B in einer Jazz-Bar in Oslo traf, war es musikalische Liebe auf den ersten Blick. Die beiden beschlossen, gemeinsam an einem neuen, wasserinspirierten Sound zu arbeiten. Kurz darauf stieß die restliche Band hinzu – und Liquid Fish war geboren.
Heute ist Los Lurch nicht nur der pulsierende Motor der Band, sondern auch ein gefeierter Experimentalmusiker. Sein Markenzeichen sind Trommelfelle aus Fischhaut, die er eigenhändig anfertigt, sowie seine legendären Unterwasser-Drum-Solos. Sein beeindruckendstes Kunststück: ein Konzert in einer gigantischen Aquarium-Kuppel, bei dem er mit einer Spezialausrüstung unter Wasser spielte, während Haie und Rochen um ihn kreisten.
Wenn er nicht gerade tourt oder neue Trommelfelle präpariert, verbringt er seine Zeit am liebsten tauchend in den Tiefen der Ozeane – immer auf der Suche nach neuen Klängen aus der Welt unter der Wasseroberfläche.
Mr. B
Bass
Der Bassist, der das Wasser zum Kochen bringt. Tiefe Saiten und ordentlich Druck auf sämtlichen Leitungen.
Niemand weiß genau, wofür das B steht. In alten Hafenregistern findet man „Brackwasser“, auf einer unbezahlten Kneipenrechnung „Bermuda“. Mr. B selbst behauptet, der vollständige Name sei bei einem Tauchgang verloren gegangen.
Aufgewachsen ist er angeblich in einer stillgelegten Badeanstalt, in der sein Großvater heimlich eine Forschungsstation für musikalische Flüssigkeiten betrieb. Während andere Kinder Schwimmen lernten, saß der kleine B am Beckenrand und untersuchte, weshalb ein leerer Eimer besser klang, wenn vorher jemand Aal darin transportiert hatte. Sein erstes musikalisches Erfolgserlebnis war ein tiefer Ton auf einem alten Bass, der sämtliche Duschköpfe des Gebäudes gleichzeitig zum Tropfen brachte.
Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Strömungsmechaniker. Er wurde allerdings vorzeitig entlassen, nachdem er versucht hatte, die Wasserversorgung einer norddeutschen Kleinstadt mit seinem Bass auf einen schleppenden Viervierteltakt umzustellen. Drei Tage lang kam das Leitungswasser nur auf die Eins. Die örtliche Feuerwehr spricht bis heute nicht darüber.
Es folgten Wanderjahre auf Schleppern, Bohrinseln und einem portugiesischen Sardinenfänger, dessen Motor ausschließlich ansprang, wenn Mr. B ihm vorher etwas auf dem Bass vorspielte. In dieser Zeit entwickelte er seinen sogenannten „Siedepunkt-Sound“: trocken, schwer und mit ausreichend Druck, um selbst lauwarmes Brackwasser aus der Ruhe zu bringen. Ein norwegisches Institut wollte das Verfahren patentieren lassen. Die Zusammenarbeit scheiterte an seiner Forderung nach einem beheizten Proberaum mit Gezeitenwechsel.
Zu Liquid Fish fand er über eine Beschwerde beim Wasserwerk. Aus seiner Küchenleitung kamen seit Wochen tiefe Frequenzen. Er verfolgte das Rohrsystem bis zum Proberaum der Band, hörte eine halbe Minute zu und stellte wortlos seinen Bass und den Verstärker ab.
Seitdem kontrolliert Mr. B vor jeder Probe Luftfeuchtigkeit, Wasserstand und den Zustand sämtlicher Dichtungen. Sein Getränk steht grundsätzlich in einer kleinen Auffangwanne.
Sein größter Traum ist ein Konzert auf dem Grund eines leeren Schwimmbeckens, bei dem sich das Wasser allein durch den Schalldruck seines Basses wieder einfüllt. Die Berechnungen seien abgeschlossen, sagt er. Es fehle lediglich noch die Zustimmung des Bademeisters.
Mr. T
Gesang
Der Sänger und letzte amtlich geprüfte Tiefdruck-Taucher. Eine Stimme, auf die selbst die Hafenbojen antworten.
Mr. T kam der Legende nach während einer Sturmflut zur Welt, in einem Haus, dessen Erdgeschoss bereits Richtung Dänemark unterwegs war. Seine Mutter blieb erstaunlich gelassen. Sein Vater versuchte, mit einer Suppenkelle den Flur zu lenzen. Das erste Geräusch des Neugeborenen war so tief, dass draußen eine Boje antwortete.
Seine Kindheit verbrachte T zwischen Schleusentoren, Hafenschlick und der festen Überzeugung, dass jedes Gewässer einen eigenen Grundton besitzt. Mit neun Jahren sang er die Regentonnen der Nachbarschaft aufeinander ein. Mit dreizehn brachte er einem Gartenteich mit seiner Stimme Rückkopplung bei. Der darin lebende Goldfisch zog kurz darauf in den Nachbargarten um.
Später arbeitete er als Schleusenwärter. Die Tätigkeit lag ihm: viel Wasser, massive Technik und ausreichend Zeit, um herauszufinden, wie lange ein gesungener Ton in einer leeren Schleusenkammer stehen bleiben konnte. Sein persönlicher Rekord liegt bei elf Minuten. Zwei Binnenschiffer behaupten, der Ton sei noch immer da.
Eine Expedition führte ihn schließlich an einen abgelegenen isländischen See. Dort wollte er die viel diskutierte „braune Strömung“ erforschen, eine Frequenz, bei der angeblich selbst eingefrorenes Wasser nervös wird. Nach sechs Wochen kehrte er mit einem durchnässten Notizbuch, einem defekten Wasserkocher und seinem unverwechselbaren „Tiefdruck-Verfahren“ zurück. Was genau er dabei mit seinen Stimmbändern anstellt, erklärt er nur unter Wasser. Bisher hat niemand alles verstanden.
Auf Liquid Fish wurde Mr. T aufmerksam, als sein selbst gebautes Sonargerät im heimischen Keller ausschlug. Er vermutete zunächst ein verirrtes U-Boot. Tatsächlich probte die Band einige Straßen weiter. T erschien in Gummistiefeln, prüfte die Raumakustik mit einem feuchten Finger und fragte, ob der Druck schon immer so niedrig gewesen sei. Dann griff er zum Mikrofon und blieb.
Heute sorgt er als Sänger dafür, dass bei Liquid Fish auch die unteren Wasserschichten in Bewegung kommen. Vor Auftritten versenkt er einen Teebeutel in kaltem Wasser und wartet, bis seine Stimme beim Soundcheck ihn aufgebrüht hat.
Sein Lebensziel ist ein Auftritt im Marianengraben. Die Anreise hält er für machbar. Sorgen bereitet ihm ausschließlich die Frage, wer anschließend das Equipment wieder hochträgt.
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